1888
Große Herbst-Hauptübung am 23.9., verbunden mit einem Feuerwehrfest. Eingeladen waren alle Feuerwehren der Umgebung diesseits und jenseits der Grenze. Nach dem festlichen Einzug vom Bruckwirt ins Dorf ertönte das Hornsignal. Brandobjekt war der Stadlerstall ( am 1.11.1946) abgebrannt). Nach der Übung fand eine Festversammlung in der Post statt, den Abschluss bildete ein Konzert der Musikapelle.
1889
Die Feuerwehr erhält von Sr. Majestät, Kaiser Franz Josef I. eine Geldspende von 80 Gulden.
Diese wird zur Anschaffung verschiedener "Feuerwehrrequisiten" verwendet.
Am 12. 2. findet der 1. Feuerwehrball statt. Der Gemeindevorstand hatte aus patriotischen Gründen Bedenken geäußert.
Am 30. Mai erlebt die Feuerwehr ihren 1. Brandeinsatz. Beim "Stoaner" in Reit im Winkl brannte es.
Alle 3 Löschzüge rückten aus. Wassermangel verzögerte den Löscherfolg.
Der Gemeindevorsteher, Bäckermeister Johann Schwaiger und der k.k. Postmeister Dominikus Gogl, Postwirt übernahmen die Kosten für 2 komplette Steigerausrüstungen.
1890
Bezirksgautag am 18. 5. in Kössen unter Vorsitz des Bezirksobmannes Josef Pirchl aus Kitzbühel.
Nach der Arbeitstagung Schauübung und anschließend Defilierung mit allen Geräten vor den auswertigen Funktionären.
1891
Großbrand in Reit im Winkl am 20. 6. die Feuerwehr Kössen hatte die Aufgabe, die Kirche und das Unterwirtshaus zu retten. Besonderes Lob wurde den "braven Steigern für ihr sinnreiches Vorgehen" ausgesprochen.
Am 10. 9., um 5 Uhr früh, läuteten die Sturmglocken: Das Sensenschmiedhaus des Kaspar Eibl stand in Flammen. Dichter Nebel verzögerte den Einsatz der Feuerwehren.
1892
Am 12. 5. wurde die Feuerwehr von den Sturmglocken um 1/5 6 Uhr früh zum Brand des "Niederwies-Anwesens" gerufen. Das Vieh und ein Teil des Hausrates wurden gerettet.
Das hauptsächlich aus Holz gebaute Haus brannte nieder.
Am 4. 11. brannte das "Schönsleben-Häusl". Durch den raschen Einsatz des II. und III. Zuges konnte der Brand lokalisiert werden.
1893
Die Gemeindespritze war dringend reparaturbedürftig. Die Gemeindevorstehung wurde um Unterstützung gebeten und um Ergänzung des Schlauchmaterials mit Normalgewinde.
1894
Brand des "Hüttwerkes". Das einst so stolze "Landesfürstliche Schmelzwerk" war 1865 vom Land Tirol verkauft worden und hatte in Folgezeit mehrmals den Besitzer gewechselt. Zur Zeit des Brandes war es im Besitz der Frau Maria Lutz, Witwe nach Josef Lutz aus Jenbach, es wurde nur noch eine Drahtstiftenfabrikation betrieben. Nach ganzlicher Auflassung des Betriebes schenkte Frau Lutz im Jahre 1899 die beiden Werkspritzen samt allem Feuerwehrgerät der Gemeinde.
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1897
Anläßlich der Schauübung beim
Feuerwehr-Bezirks-Delegiertentag am 30.5.1897
stellte Bezirkslöschinspektor Pichler
schwerwiegende Mängel an den Löschgerätschaften fest
und berichtete darüber dem Landesausschuß.
Die Gemeinde erheilt daraufhin den Auftrag,
eine schadhafte Spritze umgehnd reparieren zu lassen
und die bisher benützten hohen Stützleitern,
deren Benützung lebensgefährlich wäre, zu verkürzen und
"eine neue, praktische und solid gebaute Schubleiter" anzuschaffen.
1898
Bau eines Spritzenhauses im Dorf zwischen dem Mühlbach und dem jetzigen Sennereigebäude. Es wurde ein eigener Bauausschuss gewählt. Die Finanzierung war folgendermaßen geplant:
Aus der Vereinskasse, Arbeitsleistungen der Wehrmänner, Spendensammlung bei der Bevölkerung und ein angemessener Beitrag der Gemeinde. Der Bau wurde sofort in Angriff genommen und war schon im August bezugsfertig. Die Gesamtkosten betrugen 1226 Gulden.
Von der Gemeinde wurde nur ein Restbetrag von 287 Gulden erbeten.
1899
Hochwasserjahr. Ausbruch des Walchsees nach Bruch des "Seemüller-Wehres". Die Straße durch die Hochaus wurde an vielen Stellen zerstört, die "Kranzacherbrücke" wurde weggerissen, Kössen glich einem See. Die Großache trat mehrmals über die Ufer. Die Feuerwehr stand tagelang im Einsatz.
1900
Die Bezirkshauptmannschaft verlangte auf Grund der Hochwasserkatastrophen die Errichtung einer eigenen Wasserwehr um für weitere Katastrophen verbereitet zu sein. Für Kössen wurde sogar die Anschaffung von Rettungsbooten empfohlen. Die Gemeinde verließ sich auf die Feuerwehr, versprach aber, die notwendigen Geräte zu beschaffen und die finanzielle Absicherung bei längeren Einsätzen zu übernehmen.
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1901
Gründung des Feuerwehr-Radfahr-Clubs. Der Zweck war die körperliche Ertüchtigung
und dadurch die schnelle Erreichung einer Brandstelle.
folgender Ausschuss wurde gewählt:
Obmann Derfflinger Herbert
Stellvertreter Schmid Johann
Schriftführer Gogl Dominikus
Kassier Weinold Alois
Fahrwart Stemberger Alois
Bei der Jahreshauptversammlung am 26.12.1901 wurde für die Fraktion Bichlach
ein IV. Zug errichtet. Als 1. Zugsführer wurde der Schwarzenbachschmied Josef Keiler
gewählt. Die Bichlacher erhielten auch die notwendigste Ausrüstung.
1902
Die Feuerwehr führte im ganzen Ort eine Erhebung über die Löscheimer durch. Jeder
Hausbesitzer war verpflichtet, wenigstens einen Löscheimer in ständiger Bereitschaft zu haben,
81 Häusern fehlten die Eimer. Sie wurden bestellt und gegen Bezahlung an die Gemeinde ausgefolgt.
Gemeindearzt Dr. Adolf Ortler schaffte sich eine eigene Handspritze an und stellt sie auch der Feuerwehr im Bedarfsfall zur Verfügung.
Bei der Ausschußsitzung am 15. 7. wurde beschlossen, ein neues Spritzenhaus für den I. Zug zu errichten. Der vorhandene Plan wurde begutachtet und mit dem Bau sollte sofort begonnen werden.
2 neue Handdruckspritzen wurden von der Gemeinde angekauft, in Gegenwart des Gemeindevorstehers Josef Nothegger vorgeführt und für das Gebiet Moserberg bestimmt.
1903
Feierliche Einweihung des neuerbauten Spritzenhauses des I. Zuges im Ortsteil "Hütte" durch die Ortsgeistlichkeit unter Mitwirkung der Musikkapelle. Anschließend große Frühjahrshauptübung.
1904
Brand des Anwesens "Altenhausen" am 31. Mai. Dem königl. bayr. Finanzwache-Aufseher
Josef Wasserburger wurde von der Gemeinde Kössen für seine "außerordentliche rasche
und werktätige Hilfeleistung" Dank und Anerkennung ausgesprochen.
1905
26. 12. Neuwahl des Kommandos.
Kommandant Johann Schweinester sen.
Stellvertreter Christian Leitner, Bruckwirt
Schriftführer Johann Schweinester jun.
Zeugwart Josef Raubinger
Adjutant Martin Achhorner
24. Juni: 25 jähriges Gründungsfet und Fahnenweihe der FF Reit im Winkl.
1906
Die Feuerwehrspritze des IV. Zuges wurde von der Kupferschmiede Bamberger in "Gages"
zum "Draxl" nach Oberbichlach verlegt.
Für die Fraktion Staffen wurde eine eigene Handdruckspritze angeschafft.
Die Überprüfung der großen Hüttspritze durch den Spritzenfabrikanten Johann Grassmaier
aus Innsbruck (am 4. 1.) ergab die vollkommene Unbrauchbarkeit derselben.
Am 31. Mai genehmingte die Gemeindevorstehung den Ankauf einer neuen Saugdruckspritze
von der Firma Gugg in Braunau für den I. Zug. Der Kaufpreis betrug 1300 Kronen.
1908
Hochwassereinsatz - Ausbruch des Teiches beim Gasthof "Kapelle" infolge Unterspühlung
des Dammes. Das Maschinenhaus stürzte ein, der Maschinenwärter konnte sich im letzten Moment retten.
Am 20. 7. Hochwassereinsatz an der "Lofer". Die Neuwirtsbrücke wurde weggerissen, die Straße nach Reit im Winkl war schwer beschädigt, der Verkehr nach St. Johann tagelang unterbrochen.
1909
Ein freudiger Anlaß war die FAHNENWEIHE der Freiwilligen Feuerwehr Kössen am 12. September. Fahnenpatin war Barbara Hörfarter, Aignerbäurin am See, die Gattin des Gemeindevorstehers Michael Hörfarter. Ihr zur Seite standen zwei Kranzljungfrauen vom Gasteigbauern in Bichlach,
dem Altgemeindevorsteher Josef Auer.
Ein Zapfenstreich und der Fackelzug vom Bruckwirt ins Dorf am Vorabend brachte bereits die richtige Feststimmung. Am Festtag: Empfang der Fahnenpatin und der Kranzljungfauen sowie
der zahlreichen Festgäste und Vereine beim "Auwirt", Einzug in die Pfarrkirche, Festgottesdienst und Weiheakt umrahmt von der Musikkapelle, Festzug durch das Dorf zum Festplatz, Festrede
und Verteilung der Erinnerungsbänder. Ein besonderer Dank galt dem Patenverein, der Freiwilligen Feuerwehr Reit im Winkl.
1910
Beim Brand des "Moarwirtshauses" in Schwendt am 14. März konnte auch die
Kössner Feuerwehr tatkräftig eingreifen.
1911
Brand des Anwesens "Obergabichl" am 26. März. Wegen des Wassermangels
konnte nur wenig gerettet werden.
Waldbrand in den Schüttälern unterhalb der Eggenalm. Vom 28. Juli bis 10. August
flackerten immer wieder Glutnester auf. Die Bekämpfung in dem unwegsamen Gelände
war äußerst schwierig.
Brand des Hofes "Gagern" in Bichlach am 14. Oktober.
1912
Große Hochwasserkatastrophe in Kössen, tagelange Einsätze und Aufäumungsarbeiten
der Feuerwehr. Eine Zeitung berichtete:,,...Es zeigten sich Mängel bei der Regulierung. Das Flussbett war zu schmal, die Dämme streckenweise zu niedrig und zu schwach. Ein 300 m
langer Damm wurde weggespült, die Hüttfelder verwüstet. Das Dorf glich einem See. Durch
die Wegspülung der Mühlbachbrücke war das obere Dorf abgeschnitten. Die Straße nach
Reit im Winkl war arg zugerichtet. Die Kohl- und Hochaubrücke wurden zerstört. Das
Niederwies-Anwesen stand bis zum 1. Stock im Wasser.
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Am 13. Juli meldeten 19 Angehörige des IV. Zuges ihren Austritt aus der Feuerwehr Kössen.
Eine selbstständige Feuerwehr Bichlach war in Gründung. Gleichzeitig wurd um Überlassung
von Ausrüstungsgegenständen angesucht.
29. September Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Bichlach. Die Feuerwehr Kössen nimmt am Gründungsfest teil.